die dichter leben am berg
neben der straße
in brennenden häusern
hell vom eigenen wort
wer eine sprache hat in den bergen
hält sie fest mit sehnigen fingern, seidenen fäden, einer hand gekrümmt von der zeit
sein abc trägt er im koffer mit sich
heimatschwer gefaltet zwischen hemden und strumpf
bei jeder ankunft
stellt er ein wort neben die tasse voll tee
ein gedicht vom abschied
in den brustkorbtabernakel
ich aber sehe die straßen, die dörfer, die störche
das brot und das bier
das hohe gras in der dunkelheit
ein haus zu groß für die menschen
die dichter leben am berg
brennen schnaps und gedanken
lassen ihr herz reifen im eichenfass
an ihren bränden wärm ich mir die kalte hand
Die Leidenschaft, den anderen zu entdecken, in seiner Heimat. Ideen, Empfindungen, Klänge, Freundschaften, die durch den Kontakt zweier Kulturen entstehen, starke Erinnerungen, die man aus Rumänien mitnimmt, all diese Elemente finden sich in »Begegnungen. Eine literarische Reise österreichischer Autor*innen durch Rumänien«, ein Projekt, das Ihnen das Österreichische Kulturforum Bukarest empfiehlt. Diese Mikro-Journale wurden auf Initiative der Leiterin der Österreich-Bibliothek in Cluj-Napoca, Prof. Laura Laza, ins Leben gerufen und werden mit Unterstützung der Österreichischen Gesellschaft für Literatur und des Österreichischen Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten präsentiert.