
Von 14. März bis 5. April präsentierte das ExPats Theatre in Washington DC das Debüttheaterstück »DRUCK!« des österreichisch iranischen Autors Arad Dabiri. Übersetzung mit dem Titel »PRESSURE!« und Regie übernahm Karin Rosnizeck.
Bei der Theaterpremiere war auch der Autor des Stücks Arad Dabiri vor Ort und nahm im Anschluss an die Vorstellung an einer Diskussion teil. Die Veranstaltung fand mit Unterstützung des österreichischen Kulturforums in Washington DC statt, dessen Interimsdirektor David Živković, ebenfalls dem Abend beiwohnte.
»PRESSURE!« spielt im heutigen Wien, Österreich. Nach einem zwielichtigen Geschäft zu viel wird der junge Sohn einer iranischen Einwandererfamilie in Untersuchungshaft genommen. Die Ansichten seiner Geschwister Hassan und Shirin zu dieser Verhaftung könnten unterschiedlicher nicht sein: Für Shirin ist es die längst überfällige Konsequenz seines Widerstands gegen die Integration. Hassan – zusammen mit seinen Freunden Omar, Murat und Freddie – sieht darin einen Fall von Racial Profiling und die willkürliche Gewalt eines Systems, das ihnen nie eine Chance gegeben hat. In dem Versuch, diesen Druck in politische Energie umzuwandeln, organisieren die jungen Männer eine Demonstration gegen Rassismus und Rechtspopulismus, bei der die Lage außer Kontrolle gerät.
PRESSURE! wirft brennende Fragen zu Identitätspolitik, Herkunft, persönlicher Verantwortung und kollektiver Schuld auf.
Das Theaterstück gewann beim Heidelberger Stückemarkt Festival 2024, dessen Festivaljury das Stück als »aktuell, tiefgründig und äußerst relevant« bezeichnete. Ebenso lobten sie die Fähigkeiten des Autors, »die komplexen Dynamiken unserer Gesellschaft, angefangen bei Rassismus und Klassismus, zu beleuchten und dabei sowohl die individuellen als auch die strukturellen Herausforderungen unserer Zeit zu reflektieren.«
Dabiris äußerst innovativer Text verbindet pulsierende, rapartige Rhythmen mit lyrischen Monologen, poetischen Wortspielen und knochentrockener Präzision. Durch die Darstellung vielfältiger Stimmen und gegensätzlicher Sichtweisen spielt »PRESSURE!« mit den Projektionen und Vorurteilen des Publikums und eröffnet neue Räume für Diskussionen.